25 Jahre Ratsmitglied

Auf der letzten Ratsversammlung wurde CDU-Fraktionsmitglied Dr. Rainer Sempell für 25 Jahre Zugehörigkeit zur Ratsversammlung der Stadt Schenefeld geehrt. Nur die Ratsmitglieder Peter Schmidt (SPD) und Hans-Jürgen Rüpcke (CDU) sind ebenso lange dabei – in Sempells Fall die Hälfte seines Lebens:

Das ganze begann mit einem Paukenschlag: Ich konnte gar nicht richtig glücklich sein über meine Berufung in die Fraktion im November 1987, denn in meiner ersten Fraktionssitzung erklärten wegen der „Mudrack-Affäre“ 8 CDU-Ratsherren ihren Rücktritt und somit ihr Ausscheiden aus der Fraktion. Darunter politische Schwergewichte wie Lothar Behm und Ulrich Beckmann – beide Magistratsmitglieder.

In der nächsten Ratsversammlung am 3.12.1987 rückten 8 neue Ratsmitglieder aus der CDU-Liste nach. Darunter absolute Neulinge wie z.B. Brigitte Lemcke, die spätere Bürgervorsteherin.

Was war die Mudrack-Affäre? Es ging darum, daß die CDU-Fraktion sich mit der SPD auf ein Abwahlverfahren des eigenen CDU-Bürgermeisters Frank Mudrack verständigte. Der Hauptgrund war eine schlechte Amtsführung des Bürgermeisters. Ausschlaggebend für die zahlreichen Rücktritte von CDU-Ratsherren waren Drohungen von CDU-Mitgliedern und sogar Mitgliedern des CDU-Vorstandes, die dies unter allen Umständen verhindern wollten. Es kam wie geplant: die CDU stimmte mit der SPD für die Abwahl des Bürgermeisters und die Neubesetzung durch den Vorgänger, Albert Burs (SPD), der aktuell Bürgervorsteher war. Im Gegenzug verzichtete die SPD auf ihren Anspruch, den Posten des Bürgervorstehers mit einem eigenen Kandidaten zu besetzen und wählte mit der CDU die CDU-Ratsfrau Brigitte Lemcke zur Bürgervorsteherin. Es dauerte einige Zeit, bis sich die Wogen glätteten.

Zunächst arbeite ich im damaligen Umweltausschuß als bürgerliches Mitglied, in den am 30.6.1988 unser jetziger Fraktionsvorsitzender, Hans-Jürgen Rüpcke, gewählt wurde. Wir beide kämpften zunächst gegen eine zu restriktive Auslegung des Landschaftsplanes durch SPD und Grüne und später gegen die von den Grünen geplante irrsinnige Ausweitung der damaligen Baumschutzsatzung.

Durch die Kommunalwahl 1990 wurde ich Ratsmitglied. In der konstituierenden Fraktionssitzung wurde ich mit 25 Jahren zum zweitjüngsten Stadtrat in Schleswig-Holstein gewählt. Im Magistrat saß damals mit mir ebenfalls unsere jetzige Bürgermeisterin. Bis 1998 gab es in Schleswig-Holstein Magistrate, die als verwaltungsleitende Organe die Beschlüsse der Selbstverwaltung faßten. Die Bürgermeister waren zwar Vorsitzende der Magistrate, durften aber nur in Delegationsaufgaben vom Land selbst entscheiden. Ansonsten entschied immer der Magistrat als Gremium. Eine der letzten wichtigen Aufgaben des Magistrats war die Verhandlung mit dem Landrat über die Beteiligung des Kreises an der Spielbankenabgabe. Ich bin stolz darauf, daß ich durch meine hartnäckige Argumentation gegenüber dem damaligen Landrat Berend Harms die zwischen ihm und unserem damaligen Bürgermeister Günter von Appen im Vorfelde eigentlich schon erzielte Einigung noch dahingehend für Schenefeld verbessern konnte, daß die Stadt Schenefeld nunmehr einen Prozentpunkt mehr von der Abgabe behielt.

1992 war ich Delegationsmitglied des ersten Hilfsgütertransportes in unsere spätere Partnerstadt Luninez und habe mit meinem Magistratskollegen Jörg Hetzel auch selbst einen der großen Lkw mit Anhänger gesteuert. Die Fahrt war abenteuerlich. Ein Redakteur des Tageblattes war auch dabei uns berichtete von der Fahrt.

1998 konnten wir endlich die Errichtung des Schenefelder Forums auf den Weg bringen. Noch aus meiner Schulzeit kenne ich den unbebauten Raum, der nur durch eine Bretterwand vom Schulflur abgetrennt war. Die Initiative ging damals übrigens unter dem Namen „Pädagogisches Zentrum“ von der CDU und speziell von meinem Vater aus, der auch Ratsherr war.

In den 1990er Jahren konnte ein weiterer politischer Amoklauf von Sozialdemokraten und Grünen vereitelt werden. Ermöglicht durch die neue Gemeindeordnung fand das das rot-grüne Ansinnen, die von den Schulen und Blau-Weiß 96 dringend benötigten Sportplätze an der Blankeneser Chaussee einer Wohnbebauung zu opfern, in einem erfolgreichen Bürgerentscheid sein jähes Ende.

In „meinem“ Bereich Schule tat sich auch einiges. Jeweils auf Initiative der CDU wurden die Fachräume am Gymnasium und an der Gemeinschaftsschule modernisiert, die Gemeinschaftsschule eingerichtet und G8 am Gymnasium auf den Weg gebracht – letzteres mit einer äußerst knappen Mehrheit in der Ratsversammlung unter Beteiligung einiger nicht ideologisch handelnder SPDler. So haben unsere Schüler beide Optionen an Schenefelder Schulen: Das Abitur nach 12 Jahren durchgehend am Gymnasium oder aber nach weiterhin 13 Jahren durch Wechsel nach der 10. Klasse der Gemeinschaftsschule in die Oberstufe des Gymnasiums.

 

Dr. Rainer Sempell                                                                                                                                                       CDU-Fraktion

Dr. Rainer Sempell
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