Entscheidung zur Radwegenutzungspflicht

Die Kreisverwaltung hebt die Radwegenutzungspflicht an einigen Schenefelder Hauptstraßen auf. Beeinflusst die (vermeintlich) salomonische Entscheidung das Verhalten der Radfahrer? 

Unter einem Salomonischen Urteil versteht man landläufig eine Entscheidung, die in einer Auseinandersetzung den beiden Streitenden das Gefühl vermittelt, gewonnen zu haben. So gesehen ist der Kreisverwaltung Pinneberg wohl etwas gelungen, das Schule machen sollte.

Als Gewinner in der Frage, ob per Verkehrszeichen anzuordnen ist, dass alle Radfahrer in einigen Schenefelder Hauptverkehrsstraßen die Radwege benutzen müssen, können sich alle Streitenden fühlen.

Schon recht bald (hoffentlich bemerkt es überhaupt jemand)  werden die Zeichen so ausgetauscht,  dass alle Radfahrer ihr Verhalten beibehalten können, wie sie es gewohnt sind.

Die Stadt nimmt die alten blauen Schilder ab und hängt einfach neue blaue mit Zusatzschild auf:

Bisher: Zeichen 237 Radweg.  

In Zukunft: Zeichen 239 Fußweg mit Zusatzschild 1022-10 Radfahrer frei

Die CDU-Fraktion ist zufrieden, weil schon der Streit über die Sachfrage Gelegenheit geboten hat, viele wichtige Informationen über Gefahren und Gefährdung für und von Fahrradfahrern in den Fokus zu rücken.

Wenn es nun noch gelingt, im Sinne der CDU-Fraktion für die deutliche Mehrheit passable Wege getrennt vom Autoverkehr vorzuhalten und damit Unsicheren, Alten und Kindern in der Stadt das Fahrradfahren nicht zu verleiden, haben alle gewonnen.

Rot-Grün mag sich ebenfalls als Gewinner der Debatte fühlen, haben sie ihr ideologisches Ziel, dass Radfahrer nun auch auf einigen Hauptverkehrsstraßen fahren dürfen, erreicht.

Wird sich das Fahrverhalten in Schenefeld nun grundlegend ändern?

Ob es im Fall eines Unfalles nützt, wenn man angesichts der Beschilderung die Erlaubnis hatte, dazwischen und nicht neben dem Schnellverkehr unterwegs zu sein, ist im Ernstfall eine juristische Nuance, die den Ausgang eines möglichen Verfahrens, aber leider nicht einen Heilungsprozess beeinflusst.

Hans-Detlef Engel, CDU-Fraktion

 

Hans-Detlef Engel

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