Entschlammung des Regenrückhaltebeckens: Kosten eingrenzen

Zur Zukunft des Regenrückhaltebeckens Friedrichshulde gibt es inzwischen verschiedene Vorschläge, bis hin zum sog. „Überlaufbecken“. Doch die aktuelle Problematik wird damit nicht gelöst: Die horrend ausufernden Kosten für die Entsorgung des teils belasteten Aushubes. Daher hatte die CDU-Fraktion bereits Ende September im Bauausschuss beantragt, Alternativen für die Bodenbehandlung (vor Ort) prüfen zu lassen.

Zum Hintergrund: Nach Jahren und Jahrzehnten war das Regenrückhaltebecken durch die ständigen Ablagerungen von Sand, Laub und anderem Sediment aus dem Zustrom der Düpenau so verschlammt, dass dieses weit weniger Wasser fassen konnte als erforderlich. Somit wurde eine Entschlammung über zwei Jahre und zwei Bauabschnitte, beginnend 2020, durch die Verwaltung vorgeschlagen und politisch beschlossen.

Allein im 1. Bauabschnitt, der in diesem Jahr durchgeführt wurde, entstanden jedoch Mehrkosten von gut 620.000 € (!) Dies liegt überwiegend daran, dass der entnommene Schlamm (welcher aktuell noch vor Ort gelagert wird) durch Schadstoffkontamination in zuvor nicht erwartetem Ausmaß belastet ist und dadurch die Entsorgung deutlich mehr kostet. Auch für den 2. Bauabschnitt sind Mehrkosten von mind. 145.000 € zu erwarten. Diese Mehrkosten belasten den städtischen Haushalt immens. Nur durch Minderausgaben in anderen Bereichen können diese gedeckt werden, sodass die Ratsversammlung zuletzt am 24.09. außerplanmäßige Mittel in Höhe von 621.300 € für die Entsorgung zur Verfügung stellen konnte.

Bevor dieses Geld jedoch ausgegeben wird, soll eine Behandlung des Aushubes vor Ort geprüft werden. Hierzu hat sich der Ausschuss einstimmig für einen entsprechenden Antrag der CDU-Fraktion ausgesprochen. Durch Kontaktaufnahme zu einem Fachbüro für Bodenmanagement soll eruiert werden, welche Möglichkeiten zur Bodenverbesserung bestehen, damit der zu entsorgende Schlamm auf dem Gelände verbleiben kann. Somit würde der hohe Anteil der Entsorgungs- und Transportkosten entfallen. Voraussetzung ist natürlich, dass gesundheitliche um umweltschutztechnische Belange durch die getroffenen Maßnahmen eingehalten werden.

Die CDU-Fraktion ist gespannt, ob sich Alternativen für die teure Entsorgung finden und damit Mittel für die vielen anderen geplanten Projekte frei werden. Wie das Rückhaltebecken dann schlussendlich gestaltet werden wird bzw. gestaltet werden kann ist dann Frage der mittel- bis langfristigen Stadtplanung.

Tobias Löffler

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.