Frage an ROT/GRÜN

Liebe ROTE und GRÜNE!

Es steht mir nicht zu beurteilen zu können, ob es sich bei euch um ausgewiesene Stadtwerksexperten handelt. Obwohl ich die meisten, wenn nicht sogar alle Sitzungen im zuständigen Ausschuss als Teilnehmer verfolgt hatte. Ich möchte nur in Erfahrung bringen, unter Einsatz welcher Methoden und Mittel, Fertigkeiten und sonstigen Tricks, ihr euch in die Lage versetzt, die doch so alten und maroden Stromverteilernetzte und Gasleitungen auf den neuesten Stand zu bringen. Denn erst danach wird es in Schenefeld, so eure Versprechen, rosige Zeiten für Radwege, Kitas und Schulen geben, die allesamt aus den Überschüssen des Netzbetriebes finanziert werden würden.

Fahrradwege soweit das Auge reicht. Verkehrssicher und bequem. Keine Schlaglöcher und Bodenwellen mehr. Und dann natürlich für jedes Kind einen geeigneten Kitaplatz. Selbstverständlich mit viel Fachpersonal, das sich darum streitet in Schenefeld arbeiten zu dürfen, weil es eine extra Sonderzahlung aus dem Stadtwerkstopf gibt. Nicht zu vergessen die Schulen. Nach Fertigstellung aller Neu- und Umbauten, aller Sanierungen und Renovierungen, nach Komplettierung der gesamten Technik auf den allerneuesten Stand werden alle Zeugnisse im Schnitt eine Note besser ausfallen. Und außerdem lässt es sich durch ein neues Fenster viel angenehmer nach draußen schauen; während einer Klassenarbeit im Fach Mathematik. Da hat man einen klaren Durchblick.

Ich bin überzeugt, geradezu begeistert. Denn bei den jährlich geträumten 500.000 Euro Einnahmen durch die Stadtwerke, die ab sofort in den Haushalt fließen, bei gleichzeitigem Sinken der Strompreise für alle, sind die 50 Millionen, die man wenigstens bräuchte, um die Träume wahr werden zu lassen, in ungefähr 100 Jahren erreicht (Anmerkung: bei nur 250.000 Euro Überschuss pro Jahr dauert es etwas länger, so um 200 Jahre). Unsere Nachfahren werden beim Fest aus Anlass der 100 Jahr Feier Stadtwerke Schenefeld in ihrer Festrede im Jahre 2121 darauf verweisen, das die Errungenschaften der Schenefelder Neuzeit nur dank dieser, unserer aller Stadtwerke erschaffen worden sind. Am Ende hat es sich doch gezeigt, das sozialistische Volksbetriebe den kapitalistischen Ausbeuterunternehmen überlegen sind. 40 Jahre ostdeutsche VEB war eben nur etwas falsch gelaufen. Das haben die da falsch verstanden. Bei „Stadtwerke für alle von allen“ ist das ganz anders. Denn mit dem Betrieb der Energieversorgungsnetze erwirtschaftet unsere Stadtwerke Schenefeld auf Dauer einfach immer einen Gewinn, stellte man sich auch noch so doof an. Es zahlen ja sowieso immer die Kunden.

Unter dem Slogan „NICHT MIT MEINEM GELD.“ wollte in Hamburg auch die SPD mit dem damaligen SPD Landeschef und heutigen Finanzminister und Stellvertreter der Bundeskanzlerin – Olaf Scholz – die Energienetze in Hamburg nicht übernehmen (Zitat):
„Zu den vielen Schulden, die die Stadt hat, noch 2 Milliarden obendrauf, um im wesentlichen Rohre und Kabel zu kaufen? Das halte ich nicht für klug.“

Dann doch noch eine letzte Frage an die ROT–GRÜNEN Finanzexperten: wozu braucht es dennoch diese extreme Steuererhöhung von den kapitalistischen Großgrundbesitzern?

Mit freundlichen Grüßen
Holger Lilischkis
Bürgerliches Mitglied Energieausschuss und Finanzausschuss in Schenefeld

Holger Lilischkis
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