Grüne wollen Bausünden im Dorf verhindern? – Unglaubwürdig!

Die Grünen lassen mit einer Pressemitteilung aufhorchen, in der sie ankündigen, mit Hilfe von Neuaufstellungen/Veränderungen von Bebauungsplänen in Schenefeld-Dorf weitere „Bausünden“ zu verhindern. Angeblich sei dieses in den letzten Jahren und Jahrzehnten teils „bis zur Unkenntlichkeit“ verunstaltet worden. Dies kommt ausgerechtet von der Fraktion, die seit 2013 die Federführung im zuständigen Ausschuss hat und bisher vor allem dadurch auffiel, neue Bebauung und Nachverdichtung im Stadtgebiet zu forcieren. 

Grundsätzlich ist die CDU-Fraktion erfreut, dass auch die Grünen die Wichtigkeit einer umfassenden Stadtplanung erkannt haben, die über die separate Betrachtung von Bauvorhaben hinausgeht. Seit Jahren fordert die CDU-Fraktion eine Neuauflage des veralteten Stadtentwicklungskonzeptes. 

Schenefeld hat sich stets als lebenswerte Stadt im Grünen definiert (und dies nichtnur bezogen auf den Stadtteil Dorf). Daher muss im Vordergrund eines neuen Stadtentwicklungskonzeptes die Frage stehen, wie dieser Charakter erhalten werden kann. Wie viel Bebauung und an welcher Stelle kann diese noch erfolgen?

Jetzt zwei einzelne B-Pläne herauszugreifen, um dort Veränderungen zu stoppen, greift zu kurz. Dass der Antrag von eben jener Fraktion kommt, für die bisher scheinbar nur höher, weiter, größer zählte, um möglichst viel Wohnraum zu schaffen, ist unglaubwürdig. Man denke an den Neubau auf dem Eberts-Gelände, die Versiegelung der kleinen Grünfläche am Ebenholzweg durch einen Betreuungskomplex, die Neubauten am Parkgrund oder die Hochhäuser entlang der Altonaer Chaussee.

Nichtsdestotrotz begrüßt die CDU-Fraktion das Umdenken der Grünen und hofft, mit einem neuen Stadtentwicklungskonzept das Motto „Stadt im Grünen“ für alle Stadtteile zu erhalten. 

Darüber hinaus ist Architektur immer Geschmackssache. Diese sollte sich zwar ins Stadtbild einfügen, aber bzgl. abwertenden Äußerungen über Einzelprojekte sollte man sich gerade als verantwortlicher Ausschussvorsitzender zurückhalten und die gebotene Neutralität wahren.

Tobias Löffler

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