Holtkamp: Gefahrenherd endlich entschärfen

Seit Jahren versucht die CDU-Fraktion, die untragbare Situation am Holtkamp zu verbessern. Durch die Sperrung der Blankenese Chaussee ist das Verkehrsaufkommen und somit das Gefahrenpotential noch einmal gestiegen. Doch Zuständigkeiten, Engstirnigkeit und veraltete Vorschriften verhindern seit Jahren vernünftige Lösungen. Vielleicht kann auch der öffentliche Druck jetzt endlich zu einer Veränderung beitragen.

Vor einigen Tagen wurde die Situation am Holtkamp, welche inzwischen einer inoffiziellen „Rennstrecke“ gleicht, von einem Bürger sehr treffend beschrieben. Was sich hier täglich abspielt, hat mit Verkehrssicherheit und gegenseitigem Respekt der Verkehrsteilnehmer untereinander nichts zu tun. Ein landwirtschaftlicher Wirtschaftsweg ist durch die Vollsperrung der Blankeneser Chaussee zu einer stark benutzten Umleitung geworden, ohne auch nur im Ansatz Mindeststandards der Sicherheit zu erfüllen. Die geringe Breite des Asphaltbandes führt bei Fahrzeugbegegnungen dazu, dass die nicht tragfähigen Bankette mitbenutzt werden, sodass Fußgänger kaum noch Fluchtmöglichkeiten finden. Leider ist es auch der CDU-Fraktion, die immer wieder Vorschläge zur Abhilfe vorgetragen hat, bisher nicht gelungen, das Chaos zu beenden, weil gemischte Zuständigkeiten und auch politische Engstirnigkeit Lösungen verhindert haben.

Schon vor zwei Jahren hat die CDU-Fraktion einen Antrag im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt eingebracht, die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf dem Holtkamp in ganzer Länge auf 30 Km/h abzusenken, weil die auf dieser Außerortsstraße erlaubten 100 km/h völlig unsinnig und ge-fährlich sin. Dieser Antrag, der im Ausschuss Zustimmung erfuhr, scheiterte an der Ablehnung durch den Kreis Pinneberg, der für den fließenden Verkehr in Schenefeld zuständig ist. Dort wird ins Feld geführt, dass die Vorschriften der StVO eine derartige Absenkung im Außerortsbereich nur dann zulassen, wenn sich eine besondere Gefahr bewiesen hat. Mit anderen Worten: Es gilt der alte Kölner Spruch „Es ist noch immer gut gegangen“, oder zeigt uns Unfälle an, dann senken wir ab. Eine nahezu fahrlässige Argumentation.

Ein nach dieser Ablehnung der gewünschten Absenkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit eingebrachter neuer Antrag der CDU-Fraktion, zum Schutz von Fußgängern und Radfahrern auf dem Holtkamp und später auch auf dem Uetersener Weg einen Extraweg hinter die Knicks zu schaffen und damit für die schwächeren Verkehrsteilnehmer Sicherheit zu generieren, fand leider keine Zustimmung durch SPD und GRÜNE.

Angesichts der geschilderten Umstände erscheinen die Zukunftsaussichten für den Holtkamp zunächst trübe. Dies besonders, weil nach der Freigabe der Landesstraße 104 (Blankeneser Chaussee) neue Gründe für Schleichverkehre durch die Bebauung des Sportplatzes Op de Gehren entstehen werden. Es ist vorhersehbar, dass die Sportler der neu entstehenden Sporthalle und die „Elterntaxis“ zu und vom neuen Kindergarten immer dann „hintenrum“ fahren werden, wenn es zu lange dauert, in die L 104 einzubiegen. Die CDU-Fraktion wird über den Ausschuss erneut versuchen, ein Umdenken bei der Kreisverwaltung zu erzielen und hofft, dass sich alternativ eine politische Mehrheit für die o.g. Lösung des Fuß- und Radweges, ergibt. Vielleicht kann auch aktuelle öffentliche Druck dazu beitragen, dass endlich eine tragbare Lösung geschaffen wird.

Hans-Detlef Engel

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