Rot-Grüne Ideologie anstatt Vernunft beim Radverkehr

In einer turbulenten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses, die geprägt war von gleich zwei wörtlichen Entgleisungen des Vorsitzenden Mathias Schmitz, hat die linke Mehrheit der Ratsparteien am 26.02.2015 alle Argumente der CDU gegen eine Neuregelung des Fahrradverkehrs auf der Blankeneser Chaussee vom Tisch gewischt.

Wenn die Verkehrsaufsicht des Kreises Pinneberg zustimmt, wird es durch Abmontieren der Verkehrszeichen, die das Benutzen der Fahrradwege zwingend vorschreiben, zu zukünftig vier Möglichkeiten für Fahrradfahrer auf dieser stark befahrenen Hauptverkehrsader in Schenefeld geben.

Es dürfen “normale“ Radfahrer weiterhin die Radwege benutzen. “Schnelle“ Radler sind befugt, auf der Fahrbahn zu radeln. Für Kinder und mit Begleitung durch Erwachsene gilt dann eine Gehwegbenutzungspflicht für die Kinder bis zu acht Jahren, während die Begleiter je nach der Kategorie schnell oder langsam links oder rechts vom Bordstein unterwegs sein können.

Die schlüssigen Argumente durch den Vertreter der CDU Hans-Detlef Engel, der bei dieser Vielfalt von Möglichkeiten die größte Gefahr durch gegenseitige Aggressionen der verschie-denen Verkehrsteilnehmer sieht, hatten leider nicht einmal die Chance, ordentlich angehört zu werden, weil der Vorsitzende des Ausschusses in altbekannter Manier eine sachliche Rede und Gegenrede gar nicht erst zuließ.

Für die Zukunft bleibt zu hoffen, dass persönliche Angriffe in den Sitzungen der Ausschüsse der Stadt Schenefeld unterbleiben und alle, die sich mit Verkehrsproblemen befassen begreifen, dass die Sicherheit des Miteinanders auf den Straßen und Wegen ganz entscheidend von gegenseitigem Verständnis und entsprechender Rücksichtnahme abhängt.

Wer diese Kernziel aller Verkehrssicherheitsarbeit mit Sätzen wie folgendem begegnet: “Ich kann nur jedem Radfahrer eine Helmkamera empfehlen, damit er sich wehren kann“ ( O-Ton M. Schmitz) , muss sich nicht wundern, wenn Unfallzahlen steigen.

Hans-Detlef Engel                                                                                                                                   CDU-Fraktion

Hans-Detlef Engel

4 Gedanken zu „Rot-Grüne Ideologie anstatt Vernunft beim Radverkehr

  1. M. Kronenberg

    Ich kann das Unverständnis über die Aussage bzgl. der Helmkamera nicht ganz nachvollziehen. Herr Engel empfand es noch kürzlich öffentlich für nachvollziehbar, dass auf der Fahrbahn fahrende Radfahrer bei Autofahrern unfallträchtige Aggressionen auslösen (s. https://www.cdu-schenefeld.de/regelung-des-radverkehrs-in-der-blankeneser-chaussee/).
    Wenn Autofahrer aber tatsächlich ihre Aggressionen schon dann nicht mehr im Griff haben, wenn ein langsamerer Verkehrsteilnehmer vor ihnen auftaucht, dann empfinde ich den Hinweis dieses Verhalten per Helmkamera zu dokumentieren, nicht gerade als übertrieben.
    DIe Alternative wäre, dass auch die CDU und vor allem Herr Engel als Fahrlehrer endlich deutlich machen, dass Aggressionen im Straßenverkehr nichts zu suchen haben und dass Autofahrer, die beim Anblick von Radfahrern aggressiv werden, ganz offensichtlich nicht zum Führen eines Kraftfahrzeugs geeignet sind.

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    1. Hans-Detlef Engel

      Sehr geehrter Herr Kronenberg,
      auch Ihnen ein herzliches Dankeschön für Ihre Zeilen zum Thema Radverkehr auf der Blankeneser Chaussee und dem Thema Aggressionen im Straßenverkehr. Sie haben natürlich Recht mit Ihrer Meinung, dass Gefühlsausbrüche im Straßenverkehr auf allen Seiten gefährliche Folgen haben können und deshalb für alle Verkehrsteilnehmer, egal welches Verkehrsmittel sie benutzen, abzulehnen sind. Aus diesem Grund ist in der Fahrausbildung ein wichtiger Abschnitt des Unterrichts “Gefühle beim Fahren, emotionale Selbstkontrolle – Ahndung von Fehlverhalten“. Leider ist es in vielen Fällen wegen der kurzen Verweildauer in der Fahrausbildung nicht immer möglich, Verhaltensänderungen bei denjenigen Fahrschülern zu erzielen, die schon vorher nicht auf den richtigen Weg gebracht werden konnten.
      Wer bis zu seinem 17. oder 18. Lebensjahr nicht gelernt hat, dass zu einem gedeihlichen Miteinander Menschenliebe, Verständnis und Toleranz gehören, ist potentiell in Gefahr, auch auf seinem fahrerischen Lebensweg Schreckliches anzurichten. Bitte verstehen Sie, dass ich “Aufrüstung“ deshalb auf allen Seiten ablehne! Gegen Helmkameras bin ich schon deshalb, weil in einem möglichen Verfahren die so gewonnenen Bilder nicht verwertbar sind.
      Beim Thema Verkehr, darauf habe ich schon mehrfach hingewiesen, sind wir alle in einer Zwickmühle: Wir wollen Wohlstand, florierende Wirtschaft, keine Unfälle, Mobilität für alle und natürlich die Freiheit der Entscheidung des Einzelnen. Noch ist für alles zusammen keine Lösung gefunden. Ein Staatssekretär aus einem niedersächsischen Ministerium hat vor kurzem eine, wie ich finde, richtige Aussage getroffen.
      “Wenn das Automobil, das auf etwa 130 Jahre seiner Geschichte zurückblickt, heute erfunden würde, müsste man es sofort verbieten!”
      Wie gesagt, Zwickmühle.
      Freundliche Grüße.
      Hans-Detlef Engel

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  2. Heinz Grabert

    Lieber Herr Engel,

    so wie Sie einseitig den Ablauf der Sitzung schildern, muss man den Eindruck gewinnen, Sie seien grundlos vom Ausschussvorsitzenden angegriffen worden. Dem ist jedoch nicht so.

    Vorhergegangen war nämlich Ihr Zitat aus dem Hamburger Abendblatt, wonach im vergangenen Jahr in Hamburg 10 Radfahrer ums Leben gekommen seien, weil – so Ihre Einlassung – sie auf der Fahrbahn gefahren waren. Ich habe die Richtigkeit sofort bezweifelt, aber als braver Bürger, der nur in der Fragestunde zu Wort kommt, geschwiegen. Als dann das Ratsmitglied Jochen Ziehmann, der auch unter den Zuhörern saß, den Artikel gegoogelt hatte (manchmal sind die Smartphones doch ein Segen!) und zitierte, dass die meisten der Verunglückten auf einem Radweg gefahren und von abbiegenden Autofahrern übersehen wurden, stimmte das Weltbild wieder, war Ihr Argument als unzutreffend entlarvt. Da fällt es schwer, bei einem ausgewiesenen Fachmann wie Sie es sind an ein Versehen zu glauben, dazu haben Sie das Ganze zu vehement vorgetragen und es auch zu sehr als entscheidendes Argument gegen den Beschlussvorschlag genutzt..

    Dass dann der Vorsitzende und ein Teil der Ausschussmitglieder mit Häme und auch deutlichen Vorwürfen reagiert haben, dürfte Sie eigentlich nicht überraschen, kann doch der Eine oder Andere aus Ihrer Fraktion auch ganz gut auf diesem Klavier spielen.

    Durch Weglassungen in der Darstellung eines Sachverhaltes kann man nun mal Geschehenes nicht ungeschehen machen.

    Heinz Grabert

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    1. Hans-Detlef Engel

      Lieber Herr Grabert,

      auch Ihnen ein herzliches Dankeschön für Ihre Zeilen, die Sie anlässlich der vergangenen StUm-Sitzung geschrieben haben. Leider ist meine Äußerung über den exorbitanten Anstieg der getöteten und verletzten Radfahrer im Straßenverkehr 2014 der Freien und Hansestadt Hamburg darauf bezogen worden, dass diese allesamt die Fahrbahn benutzt hätten. Das habe ich so nicht behauptet, weil mir natürlich bekannt ist, dass einige der Verunglückten dem typischen Abbiegeunfall (Toter Winkel in den Spiegeln des LKW-Fahrers) geschuldet sind.

      Wenn Sie die schriftliche Begründung für die Antragsablehnung der CDU lesen, wird Ihnen sofort klar werden, dass es dennoch wichtig ist, den schwächeren Verkehrsteilnehmern, dazu gehören auch alle Radfahrer, zu verdeutlichen, dass ihnen mehr Rechte allein nichts nützen.

      Genau in diesem Punkt liegt das Problem, für das die GRÜNEN bisher nicht einmal im Ansatz eine Lösung anbieten. Es ist schlicht weg falsch zu glauben, dass es zu abnehmenden Unfallzahlen kommt, wenn man die Rechte der Schwächeren stärkt, sich aber um das Problem der Aggression untereinander nicht kümmert und entstehende Gefahren nicht sehen will. Recht haben und Recht bekommen unterscheidet sich bekanntlich so stark, dass die nun durch Beschluss der SPD, GRÜNEN und BfB auf der Blankeneser Chaussee begünstigten Radfahrer sich so verhalten werden, wie die Benutzer der Friedrich-Ebert-Allee, für die ja schon seit geraumer Zeit Radwege nicht mehr benutzungspflichtig sind.

      Bitte besichtigen Sie dort die normative Macht des Faktischen zu Verkehrsstoßzeiten. Sie werden etwa 98% Radwegbenutzer vorfinden, die es für sicherer halten, ihr Ziel “oben“ zu erreichen. Die 2% “ Durchsetzer von Rechten“ wirken im Verkehrsgetümmel auf der Fahrbahn eigenartig und leider auch unverstanden.

      Mit freundlichen Grüßen.
      Hans-Detlef Engel

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