Ist der Netzankauf und/oder die Gründung von Stadtwerken erstrebenswert für die Stadt Schenefeld?

Die Konzessionsverträge für Strom und Gas laufen bis zum 31.12.2021 und müssen neu ausgeschrieben werden. In diesem Zusammenhang steht auch die Frage an, ob die Stadt die Netze selbst kaufen will. Eine weitere Überlegung ist die Gründung von Stadtwerken, um selbst als Versorger in den Wettbewerb zu treten. Viele Aspekte aus rechtlicher und wirtschaftlicher Sicht sind in den letzten Monaten im Energieausschuss betrachtet worden um sie anschließend in der Fraktion zu diskutieren. Für Dienstag, d. 14.11.17 stehen diese Themen auf der Tagesordnung des Energieausschusses.

Die CDU-Fraktion spricht sich dafür aus, die rechtlich komplizierte Konzessionsausschreibung mit Begleitung durch einen versierten Fachanwalt vorzunehmen, ohne dass die Stadt sich selbst um die Konzession bemüht.

Den Kauf der Netze halten wir nicht für sinnvoll, denn wir müssten mit einer Investition vermutlich in 2-stelliger Millionenhöhe rechnen und künftig nicht nur Geld für die Unterhaltung, sondern auch für den weiteren Ausbau und die Ertüchtigung ausgeben; das Stromnetz steht vor vielen neuen Anforderungen i. R. der Energiewende und ist z. Z. darauf noch nicht eingestellt.

Die Erlöse für die Netzdurchleitung sind nicht frei bestimmbar, sie unterliegen der Regulierung durch die Bundesnetzagentur und lassen im positiven Fall Renditen von 5-6% zu; dies setzt jedoch voraus, dass der Netzbetreiber kostengünstig arbeitet und gerade darin sehen wir das große Problem. Einerseits würden wir in ein veraltetes Netz investieren und dieses ertüchtigen müssen, andererseits fehlt der Stadtverwaltung sämtliches Fachwissen für das Betreiben eines Netzes. Dieses müsste also teuer auf dem Markt eingekauft werden, auch die technischen Leistungen müssten eingekauft werden. Das alles macht deutlich, dass wir keine Chance haben, um mit dem Netz konkurrenzfähig zu sein, statt Rendite drohen hier Verluste.

In diesem Zusammenhang wird auch die Gründung von Stadtwerken diskutiert, die als örtlicher Energiehändler auftreten würden – eine unternehmerische Tätigkeit mit Chancen und Risiken. Hier sollte man ebenfalls nüchtern die Fakten betrachten. Ein Vorteil liegt in der örtlichen Präsenz. Aber auch hier besteht kein Know-How, es müsste wieder eingekauft werden. Die Abnehmer/Kunden müssen angeworben werden, dabei hat man aber eine starke Konkurrenz auch überörtlich, leicht ersichtlich bei einem Blick in eines der Vergleichsportale. Dort ist auch schnell erkennbar, wie schwierig es sein wird mit den ungünstigen Schenefelder Rahmenbedingungen konkurrenzfähige Preise zu bieten.

Diese Großinvestitionen zeigen größere Risiken als Chancen auf und wir sollten unseren Haushalt lieber weiter solide mit nur geringer Verschuldung führen und dem Schenefelder Steuerzahler vor Alpträumen bewahren.

Auch hier gilt der Spruch: Schuster bleib bei deinen Leisten!

 

Klaus Brüning

Klaus Brüning

2 Gedanken zu „Ist der Netzankauf und/oder die Gründung von Stadtwerken erstrebenswert für die Stadt Schenefeld?

  1. Karl-Heinz Müller

    Das ist typisch für die Grünen in Schenefeld. Man hat zwar von der Materie, über die beantragt wird abzustimmen, keine Ahnung, aberdafür gibt es ja Ingenieurbüros, die für nicht wenig Geld den Grünen Antragstellern die genehmen Infos und Daten liefern.
    Es stellt sich mir die Frage: Wieviel Geld hat die Stadt bisher ausgegeben für die diveren Gutachten für das Stadtzentrum, die Schulen, den Verkehr, den Landschaftschutz, für Energie und noch vieles mehr.Mich würde interessieren, welche Summen für Gutachten zustande kommen und sich im Haushalt 2015, 2016 und 2017 wieder finden?
    In diesem Zusammenhang würde mich die Frage intteressieren, wieviele Ingenieure oder Architekten beschäftigt die Schenefelder Verwaltung? Ist der Bauamtsleiter ein Ingenieur oder Architekt?

Kommentare sind geschlossen.