Leserbrief: Stadtwerke und Umgestaltung der LSE

In einem persönlichen Leserbrief stellt Karl-Heinz Müller seine Sicht zu den Kosten dar, die mit der Umgestaltung der LSE und einer möglichen Gründung von Stadtwerken einhergehen würden: 

In Schenefeld ist der Reichtum ausgebrochen. Anders sind die geplanten enormen Geldausgaben für unsinnige Bauvorhaben –hier Trog- und Tunnellösung bei der Planung für ein neues Stadtzentrum in Schenefeld, nicht zu verstehen. Beide „Lösungen“ beinhalten erhebliche technische Probleme, was den Anschluss der Industriestraße und den Osterbrooksweg an die LSE angeht. Das wird auch mit erheblichen Kosten verbunden sein, für die, nach meinem Dafürhalten, keine Verwaltung Zuschüsse gewähren wird. Die Stadt müsste diesen Unfug alleine bezahlen.

Der in der am 14.12.2017 stattgefundenen Sitzung des Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt auftretende Planungs-Ingenieur des Ing-Büros Dänekamp und Partner ging in seinem Vortrag von teilweise falschen Voraussetzungen aus:

-die Anzahl der PKW wird in den nächsten Jahren sich spürbar verringern. Das mag in den Ballungszentren Hamburg zutreffen. Auf dem flachen Land wird der dort lebende Bewohner immer auf seinen PKW, wegen des mangelnden ÖPNV, angewiesen sein. Der Schwerlastverkehr wird dagegen zunehmen, da hat der Planer Recht. Aber auch ein LKW benötigt eine heile und sichere Fahrspur auf der Straße und es nützt dem Fuhrunternehmer gar nichts, wenn er in den Ballungszentren auf verstopfte Straßen trifft und/oder keine Parkplätze findet.

-Wie viel Geld wurde bisher für die Planung eines Stadtzentrums in Schenefeld im Laufe der Jahre ausgegeben? Es gab –soweit ich mich erinnere- seit 1980 Planungen, Gutachten, Umplanungen, Neuplanungen, Verkehrszählungen und Architektenentwürfe. Nichts davon wurde verwirklicht, es wurden nur Gelder in nicht kleiner Menge versenkt.

-Als die LSE in 2017 auf einer Teilstrecke neu asphaltiert wurde, konnte jeder Laie sich den Verkehrsstau ansehen, der bis über die Anbindung nach Pinneberg/Waldenau hinaus sich jeden Tag neu aufbaute. Und dabei war die Westumgehung der LSE in Pinneberg noch gar nicht fertig. Wenn die Westumgehung fertig ist, wird sie den Verkehr auf der Autobahn entlasten, was bedeutet, dass der Straßenverkehr auf der LSE in Schenefeld zu nimmt. Die PKW und LKW können dann auf der LSE den direkten Weg nach und von Hamburg wählen oder alternativ in den Osterbrooksweg abbiegen und danach auf der Blankeneser Chaussee weiter Richtung Hamburg fahren.

-Was wird die vorgestellte Planung „Umbau der LSE“, „Anbindung des Stadtzentrums an das Dorf“, „Abbruch der vorhandenen Brücken über die LSE“, „“Neubau eines Bürgerhauses“ dem Steuerzahler kosten?.

Dann gibt es noch das Thema Stadtwerke, mit dem sich vor allem die Grünen „unsterblich“ machen wollen, egal, was so eine gutachterliche Studie kostet. Aber es gibt in Schleswig-Holstein und der BRD genügend Beispiele für ein Finanzdesaster. Die Stadt Schenefeld verfügt weder über das geeignete Personal für einen Stadtwerkebetrieb noch über geeignete Lager- und Büroräume. Beides müsste erst geschaffen werden und Personal findet man nicht auf der Straße. Die Grünen und die SPD sollten einsehen, dass der Wunsch nach eigenen Stadtwerken aus vielen Gründen nicht zu realisieren ist. Die von Herrn Ziehmann genannten Beispiele Pinneberg und Wedel stehen auf schwachen Füßen. Beide Städte sind finanziell pleite und befinden sich unter dem Rettungsschirm des  Landes Schleswig-Holstein.

Fazit: Es gibt in Schenefeld genügend Straßen und Wege, die zu sanieren sind. Die Schulen warten seit langer Zeit auf die Umbaumaßnahmen, ebenso die Kitas. Und auch der Sportverein Blau-Weiß wartet auf neue Spielflächen. Also ihr Grünen und Rote, es gibt auch ohne sinnlose Planungen an der LSE und einem Stadtwerkekonzept für die Tonne, genügend zu tun in Schenefeld

 

 

Karl-Heinz Müller

(Anm.: Der Leserbrief spiegelt die Meinung des Autors wider –