Politiker: Von Solarstrom geblendet?

In den letzten Tagen war Solarstrom im Schulzentrum Thema in Politik und Presse. Es deutet jedoch einiges darauf hin, dass Fehlinformation zu falschen Schlüssen geführt haben. Die CDU ist grundsätzlich für Solarstrom, aber bitte vor dem Handeln: denken.

Bekanntlich kann man auf dem Obstmarkt Äpfel mit Birnen gut vergleichen. Im zuständigen Ausschuss für Solarstrom, fachlich exakt Photovoltaik oder kurz PV, ist man geneigt, dieses Vergleichsverfahren ebenso anzuwenden, wenn es um die Beurteilung unterschiedlicher Sachverhalte geht.

Zum einen hat die Bauabteilung ein konkretes Ausführungsangebot zu einem bestimmten Endpreis für eine PV-Anlage erstellen lassen, womit man in EUR rechnen kann. Für dieses Geld steht die PV- Anlage auf einem Schuldach aus Beton und liefert Solarstrom.

Oh nein. Da kommt eine größere PV-Anlage mit 5-facher Leistung zu einem nur dreifachen Preis daher. Das ist doch nach Dreisatzrechnung auf Grundschulniveau viel besser. So meinen es viele Politiker im zuständigen Ausschuss für Energie. Und so wird es auch in der Zeitung als „leichte Kost“ verkauft.

Die Verwaltung weist deutlich darauf hin: Das eine sei ein konkretes Ausführungsangebot und das andere eine vage Prognose, eine risikobehaftete Abschätzung auf Grundlage irgendwelcher ungewisser Zahlen. Das eine steht auf einem tragfähigen Betondach, das andere – tja, mal sehen wo. Nicht jedes Dach, welches den Regen abhält, trägt auch einige LKW-Ladungen Photovoltaikanlage.

Ich habe in der Schule gelernt, und so auch in der betrieblichen Praxis, dass es eine optimistische Annahme, eine pessimistische und eine realistische – irgendwo dazwischen – gibt. Ich erhalte jedes Jahr eine Gehaltserhöhung. Der Solararbeiter auf dem Sonnendach der Schenefelder Schule scheinbar nicht. Deren Kosten sind auch in 20 Jahren noch so wie heute; wird angenommen in der Gutrechnung.

Die Umrüstung der Leuchtmittel von konventionell auf Stromspar-LED, nebst Präsenzmelder zur Stromverbrauchssteuerung, haben wohl keine Auswirkung auf den künftigen Stromverbrauch im Schulzentrum. Jedenfalls wird die Änderung der Strom-Verbraucher im Schulzentrum nicht in die Schätzung einbezogen.

Das heißt, man berechnet die Solarstromauswirkung bezogen auf den alten Strombezug mit den Stromfressern?

Die CDU ist dafür, Investitionen zur Energieeinsparung zu tätigen. Aber das ganze muss auch sinnvoll sein und gut durchgedacht; am besten vorher. Ich bin wahrhaftig kein ausgesprochener Experte in Sachen Photovoltaik; aber wenn mir als solcher schon einiges auffällt, wieso sehen das die Experten nicht? Von den Dreisatz-Experten will ich gar nicht sprechen.

Unter dem Strich steht am Ende ein Ergebnis, was es den Bürger kostet, dieses oder jenes zu bauen. Und nur das ist aus Sicht des Steuerzahlers wichtig, zuzüglich einer Pauschale, die die Energiewende erfordert und die der Bürger bereit ist für eine bessere Umwelt zu zahlen.

Holger Lilischkis

Mitglied CDU-Fraktion

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