Seniorengerechtes Wohnen auch im Stadtkern

Mit großer Mehrheit hat der Stadtentwicklungsausschuss am 25.02. dem sog. Fama-Wohnpark am Kiebitzweg grünes Licht gegeben. Die CDU-Fraktion stimmte wie bereits im vorangegangenen Verfahren dagegen, da sie, wie auch viele Anwohner, die Realisierung des großen Gebäudekomplexes an dieser Stelle kritisch sieht. Nun steht die Entscheidung und ist zu akzeptieren. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Wohnpark in Stadtbild und Infrastruktur einfügt.  Eines wurde im Rahmen der Diskussion jedoch deutlich: Der Bedarf an seniorengerechtem Wohnen bis hin zum betreuten Wohnen ist ungebrochen. Aus Sicht der CDU-Fraktion bietet die Planung rund um den Stadtkern, wo mehrere hundert Wohneinheiten entstehen sollen, die beste Möglichkeit, dies umzusetzen.

Rückblick: Bereits vor der letzten Kommunalwahl 2018 hatte der Investor verkündet, auf dem Wiesen- und Baumstück zwischen Kiebitzweg, Ebenholzweg und Buchbaumweg einen Wohnpark ähnlich wie in Lurup errichten zu wollen. Die Rückmeldungen zum Projekt an sich waren durchweg positiv; auch die CDU-Fraktion sieht beim betreuten Wohnen Defizite in Schenefeld. Doch die mit dem fünfgeschossigen Gebäudekomplex verbundene massive Nachverdichtung konnte die CDU-Fraktion nicht mittragen. Es gab keinen zwingenden Grund, in diesem ohnehin dicht bebauten Viertel noch die letzte Grünfläche zu versiegeln. Alternative Standorte waren jedoch seitens des Investors und der politischen Mehrheit nicht gewollt.

Im weiteren Verfahren hatten Anwohner und Öffentlichkeit mehrfach Gelegenheit, Stellungnahmen zum Projekt einzureichen. In Teilen war der Entwurf hierauf auch vom Investor abgeändert worden. Doch das grundsätzliche Bedenken, dass das Projekt die Infrastruktur überfordert, bleibt. Bereits vor der abschließenden Entscheidung im Ausschuss hatte die Verwaltung Baumfällgenehmigungen erteilt, welche zu Beginn der Woche in die Tat umgesetzt wurden. Hoffen wir, dass auch die Ersatzpflanzungen mit der gleichen Geschwindigkeit vorgenommen werden.

Für die CDU-Fraktion ergeben sich zwei Rückschlüsse aus dem Vorhaben: Zum einen gibt es offenbar unterschiedliche Vorstellungen über die „Stadt im Grünen“. Wir werden weiterhin für unsere Auslegung werben und versuchen, diese im Stadtentwicklungskonzept zu verankern: „Stadt im Grünen“ muss auch bedeuten, dass innerhalb der Stadt Grünflächen erhalten bleiben und die Nachverdichtung begrenzt wird.  Dies liegt nicht immer in der Hand der Politik. Doch gerade, wenn Politik mitentscheiden kann (wie z.B. beim Fama), sollte sie genau abwägen, wie viel Bebauung Schenefeld noch verträgt.

Zweitens zeigt das Projekt, wie viel Bedarf an seniorengerechtem (betreutem) Wohnen es nach wie vor gibt. Selbst nach Fertigstellung werden nur wenige der Schenefelder Senioren hier einziehen (bzw. dies bezahlen) können. Parallel wird über die Neugestaltung des Stadtkerns diskutiert. Wo, wenn nicht hier, sollten wir weiteres seniorengerechtes Wohnen fördern und fordern? Zwischen 500 und 1000 (!) Wohneinheiten sollen im Stadtkern in unmittelbarer Nähe zu Stadtzentrum und Rathaus entstehen. Ein idealer Standort, der gut erschlossen ist und alle wichtigen Dienstleister in der Umgebung vereint.   

CDU-Fraktion Schenefeld

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.