Sportstätten: Was wird wirklich gebraucht?

Der Ausschuss für Schule, Sport und Kultur (SSK) hat eine Arbeitsgruppe beauftragt zu ergründen, welche Sportstätten für die nächsten 10 bis 15 Jahre in Schenefeld benötigt werden. Einige vorläufige Vorschläge und Feststellungen aus dem Arbeitskreis sind bereits öffentlich geworden; einiges ist bislang untergegangen.

Gerade erst hat sich der SSK  mit dem Thema der Inklusion an den Schenefelder Schulen beschäftigt. Zu diesem Gebiet zählt auch die Integration im Sport. Nicht getrennt nach Beeinträchtigungen, sondern gemeinsam Sport zu treiben, ist das Ziel der Integration im Sport.

Vor einigen Jahren fand im Schenefelder JUKS eine Veranstaltung zur Barriere-Freiheit in Schenefeld statt. Damals bereits war es das Anliegen der Schenefelder Sportschützen gemeinsam mit Rollstuhlfahrern Sport zu treiben. Die Sportschützen wiesen auf den Umstand hin, dass der Deutsche Behindertensportverband gerade das Sportschießen, auch mit Pfeil und Bogen, besonders empfiehlt und fördert. Denn diese Sportart eignet sich hervorragend zur gemeinschaftlichen Ausübung von Gehbehinderten und Nichtgehbehinderten. Allerdings fehlte es damals wie heute an einer behindertengerechten Toilette nahe der Sportstätte Achter de Weiden. Vorschlag damals: Eine barrierefrei zu erreichende Toilette im Untergeschoss der Sporthalle einrichten. Ergebnis: bislang negativ.

bogen

Bogenschießen auf dem Rasenplatz an der Gorch-Fock-Straße : Der Partnerclub der Lebenshilfe lud die Bogenschützen aus Uetersen ein; großes Interesse bei Jung und Alt. Bild-Quelle: Schenefelder Tageblatt, Nachdruck mit freundlicher Genehmigung

Zur Sportstättenplanung 2015 hatten die Sportschützen aus Schenefeld auch Platz zur Ausübung des besonders für „stehende“ und „sitzende“ geeigneten Bogensports beantragt. Diese Sportart findet bei Jung und Alt sehr großen Anklang, ganz gleich ob man stehen oder nur sitzen kann.

Doch es gibt den Vorschlag aus der AG Sportstättenbedarf: Zur Ausübung des Bogensports möge man sich doch bitte mit anderen Vereinen zusammenschließen und dortige Sportstätten mitbenutzen.

An dieser Stelle verrate ich nicht, von wem dieser Vorschlag stammt.

Dennoch wäre es grundsätzlich möglich, klar. Das man sportlich zusammenwachsen kann und zur neuen Stärke mit vereinten Kräften kommt, zeigen die Handballer von BW 96 und dem HTS, einer Spielgemeinschaft zwischen Halstenbek und Schenefeld, rechtzeitig gegründet zur Spielsaison am 1.4.2015. So könnten „stehende“ Schenefelder Sportschützen und die „sitzenden“ nach z.B. Uetersen fahren. Klar ginge das.

Gilt dieser Grundsatz dann allerdings auch für den König Fußball? Schenefeld könnte sicherlich auch in Uetersen einen Kunstrasenplatz errichten und BW96 könnte dort seinem Fußballsport nachgehen. Nur, ist das wirklich gewollt?

Als zuständige Schenefelder Politiker, die sich für das Wohl aller Schenefelder Bürgerinnen und Bürger bemühen, sollten wir jedenfalls versuchen, ortsgebundene Lösungen für ortsgebundene Fragen zu erarbeiten. Für gelebte Integration sind kurze Wege und erreichbare Infrastruktur von besonderer Wichtigkeit.

So stehen wir zur Notwendigkeit, einen Kunstrasenplatz für den Fußball in Schenefeld zu errichten. Ebenso sehen wir die Notwendigkeit zur Verbesserung der Schenefelder Sporthallen und zugehörigen Sozialräumen. Allerdings dürfen wir den Bereich Schulsport nicht aus den Augen verlieren und müssen auch dafür Sorge tragen Randgruppen zu integrieren.

Holger Lilischkis

Bürgerliches Mitglied CDU-Fraktion Schenefeld

Holger Lilischkis
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