Was wird aus dem Sportrestaurant?

Seit mehr als 40 Jahren gehört das „Sportrestaurant“ im Untergeschoss der alten Sporthalle Achter de Weiden zum Schenefelder „Inventar“. Nun soll es weg. Warum eigentlich? – Fragt sich der Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Untergeschoss Sporthalle“.

Seit fast einem Jahr regt sich nichts mehr im Sportrestaurant; es ist geschlossen. Der Pächter hat aufgegeben. Vor diesem Pächter waren andere Pächter am Werk, die ebenfalls aufhörten. Ganz früher einmal hatte der Sportverein Blau-Weiß-96 die Gaststätte zur Begegnung der Sportler nach dem Sport betrieben.

Hinzugekommen ist im Mai letzten Jahres ein Schaden, der den Betrieb im großen Festsaal zum Erliegen brachte. Nach der Kündigung des Pächters kam die Frage auf, was im Untergeschoss geschehen soll; wie es weiter gehen soll. Soll alles bleiben wie es war oder soll sich alles ändern?

Der zuständige Ausschuss für Finanzen beschloss im März 2016, eine Arbeitsgruppe zu bilden, die im kleinen Kreis über die mögliche Zukunft von Festsaal und Gaststätte, nebst Kegelbahn, beraten sollte. Diese Arbeitsgruppe hat auftragsgemäß getagt und sich zunächst vornehmlich mit der Frage beschäftigt, ob der Saal mit Gaststätte als preiswerte Alternative zur Schulmensa genutzt werden könnte. Die Fraktionen waren sich uneins. Da die Schulen diese Möglichkeit jedoch vehement ablehnen, spielt diese Option mittlerweile keine Rolle mehr.

So kehrte die Arbeitsgruppe zur eigentlichen Frage zurück und beriet über die möglichen Verwendungen der Gaststätte mit Kegelbahn und den Festsaal. Im Dezember 2016 wurden die Räumlichkeiten besichtigt und übereinstimmend festgestellt, dass 40 Jahre Nutzung einige Spuren hinterlassen hatten. Es war überwiegend „alter Kram“, wenn nicht sogar Müll, der den AG-Mitgliedern begegnete; funktionierte aber noch. Nur der Fußboden im großen Festsaal fehlte, obwohl ein neuer bereits von der Versicherung bezahlt worden war.

Aktueller Zustand des Festsaals – Aufgrund eines Abwasserrohrbruchs musste der gesamte Boden, z.T. auch in umliegenden Räumen, entfernt werden.

Womöglich verknüpfen Befürworter einer erneuten Verpachtung an einen professionellen Gastronomen die Hoffnung, dass dieser dann aus dem Zerfall ein superschickes Restaurant erstellt; auf seine Kosten natürlich. Schließlich sind ja ausreichend Parkplätze verfügbar und mit dem Saal verdient man nur an der Miete bis zu 500 EUR an einem Abend. So bringt die Bürgermeisterin im Zeitungs-Interview ein weiteres Griechisches Restaurant ins Gespräch.

Aber das ist nicht das Ziel der CDU-Fraktion. Wir stimmen mit dem Verein Blau-Weiß 96 überein, der die Gaststätte in Eigenregie wieder als echten Sportlertreff betreiben möchte. Dabei soll der Festsaal erhalten bleiben und den Tänzern des Vereins zur Verfügung stehen – sowie Schenefelds Bürgern, die diesen zum Selbstkostenpreis mieten können sollen. Die restlichen Räume sollen ebenfalls von Blau-Weiß genutzt werden, um dem steigenden Bedarf an Platz decken zu können. Die Kegelbahn soll nach Möglichkeit für den Freizeitbedarf erhalten bleiben und von einem der ansässigen Vereine betrieben werden, Blau-Weiß oder auch der Schießsportgemeinschaft Schenefeld.

Kegelbahn im Untergeschoss : Licht an und Kugel rollen lassen…

Schenefeld braucht einen großen Saal für Zusammenkünfte und Feste, auch und gerade für Vereine und im familiären Bereich. Andere Kommunen im Kreis Pinneberg stellen ihre Säle samt Küchenbenutzung kostenfrei zur Verfügung, sofern dieser besenrein übergeben wird. Dass man hier Saalmieten von bis zu 500 EUR pro Abend für Vereine oder soziale Organisationen ins Gespräch bringt, entspricht nicht den Vorstellungen der CDU.

Das Sportrestaurant ist vor mehr als 40 Jahren aus Steuergeldern entstanden. Es sollte nicht dazu eingesetzt werden, dass Unternehmer, auf Grundlage dessen, ihr Geschäft betreiben und Gewinne erwirtschaften. Dass gerade die SPD einem Einzelunternehmer den Vorrang vor der Gemeinschaft geben will, erschließt sich uns nicht.

Zwar sind ausreichend Parkplätze am Sportzentrum vorhanden, jedoch sollten diese den Sportlern vorbehalten sein, die das Sportzentrum aufsuchen. Ein neues Restaurant an dieser Stelle müsste, um überleben zu können, ja auch hundert oder mehr Gäste am Tag haben, die dann oft mit dem Auto kämen und zusätzlich Parkplätze beanspruchen würden. Das Parkplatzangebot würde knapper werden.

In Schenefeld haben wir bereits genügend (maritime) Speisenangebote. An dieser Stelle noch ein Angebot zu generieren, halten wir für falsch. Und hat nicht die Vergangenheit mit allen früher oder später gescheiterten Pächtern gezeigt, dass professionelle Gastronomie an dieser Örtlichkeit keine Chance hat? Verständlich, befindet sich das Untergeschoss doch in ein einem schlichten Funktionsbau, ohne direktes Einzugsbiet. Warum sollte sich dies ändern? Dass Teile der Politik immer noch hierauf hoffen – unverständlich, zumal ein neuer Betreiber im wohl sechsstelligen Bereich investieren müsste, um überhaupt eine Chance zu haben.

Ein Bierchen mit Frikadelle; Kartoffelsalat mit Bockwurst, das ist realistisch und kann von einem echten Sportlertreff geboten werden; und zu moderaten Preisen. Einfach, schlicht und günstig. Und bequem vor Ort nach dem Sport. Wer mehr möchte, zum Beispiel beim Feiern einer Hochzeit, könnte sich eines der vielen Catering- Unternehmen bedienen und sich feinste Speisen in den großen Saal liefern lassen; zur Not auch mit Geschirr.

Die Arbeitsgruppe wird in den nächsten Wochen Nutzungskonzepte von Vereinen vorgelegt bekommen und dann eine Empfehlung zur Zukunft des Untergeschosses erarbeiten. Doch schon im nächsten Finanzausschuss steht diese Thema auf der Agenda – um die Grundsatzfrage zu klären, ob erneut ein Pächter gesucht werden soll nicht.

Entschieden ist noch nichts, auch wenn manche Wünsche bereits geäußert wurden.

Vorsitzender der Arbeitsgruppe Untergeschoss Sporthalle

Holger Lilischkis
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