Wohnen – nicht hausen!

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

es erfreut uns immer auf’s Neue, wenn möglichst viele von Ihnen sich trauen, uns ihren Kommentar zu senden. Daraus können wir nur lernen und besser werden. Denn wir möchten Sie erreichen, mit Ihnen im Gespräch bleiben und Ihnen unsere politischen Vorstellungen erklären.

Vielen Dank, Herr Tom Penta, für Ihren Kommentar (siehe unsere Seite auf facebook), in dem Sie uns als CDU in Schenefeld fragen, »wieso die CDU Schenefeld hier eine „Problemviertel“ sieht«.

Der Ausdruck „Problemviertel“ hat nichts mit sozialem Wohnungsbau zu tun. Auch hat die CDU in Schenefeld keine Angst, dass »die da«, »die sich keine Wohnungen auf dem freien Markt leisten können« dort hinziehen würden.

Das »Problemviertel« ist ein kurzer Ausdruck, den der Deutsche Städtetag für ein Wohngebiet definiert hat, das für sich genommen als ein sozialer Brennpunkt angesehen werden kann. Wenn in einem Wohngebiet Lebensbedingungen vorherrschen, die die Entwicklungschancen und Sozialisationsbedingungen von Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen negativ bestimmen, dann ist ein solches Wohngebiet ein Problemviertel. Häufig wird mit Problemviertel, oder sozialer Brennpunkt, eine höhere Kriminalitätsrate, geringeres Einkommen oder Arbeitslosigkeit in Verbindung gebracht; bis hin zur Verwahrlosung. Das könnte entstehen, so weiß man heute, durch Fehlplanungen im Städtebau und der Wohnungsbaupolitik.

Und genau diese Fehlplanung und politische Fehlentscheidung von ROT-GRÜN sehen wir hier am Kiebitzweg zwischen Stadtzentrum, Polizei und Harry-Brot. Soziale Brennpunkte entstehen zunächst immer durch falsche Rahmenbedingungen der Politik.

Es ist doch schon jetzt vorauszusehen, das die ersten Mieter der Wohntürme schnell das Weite suchen, sobald sie feststellen, dass zu keinem Tageszeitpunkt ein Sonnenstrahl ein Zimmer erhellt. Das man den Fernsehton vom Gegenüber hören kann und auf diese Weise kein privates Leben entsteht. Zwischen den Fenstern, von Haus zu Haus, ist eine Entfernung von gerade mal 8 Metern. Im Vergleich dazu: Am Flaßbarg beträgt der Abstand zwischen den Häusern 20 Meter. Und wie viele Schenefelder haben da schon gesagt »man, ist das dicht an dicht…«. Und wenn die, die dort wohnen wollen nur noch weg wollen, so dass die kommen, die nicht dorthin wollen aber müssen, die keine andere Wahl haben?

Wenn wir es nicht schaffen, Bewohner aus allen sozialen Schichten in einem Wohnquartier zusammen wohnen lassen zu können, haben wir städtebauliche Fehler begangen. Beispiele gibt es genug Ringsherum. Diese Melodie müssen wir in Schenefeld noch nicht mitsingen. Oder müssen wir?

Die CDU in Schenefeld ist für einen sozialen Wohnungsbau, der solch offensichtliche Benachteiligungen der künftigen Bewohner von vorn hinein ausschließt. Wir wollen für unsere Bürgerinnen und Bürger eine Wohnsituation mit Lebensqualität. Wir setzen uns dafür ein, dass alle Anwohner innerhalb eines Wohngebietes, auch dort gern wohnen wollen.

Die CDU in Schenefeld ist davon überzeugt, dass es in hohem Maße unsozial ist, vorsätzlich Menschen auf so engem Raum in Schenefeld wohnen zu lassen, wenn es Alternativen hierzu gibt. Erinnern Sie sich an den Slogan der Stadt: »Schenefeld, unsere lebenswerte Stadt!«. Schon vergessen?

Die CDU-Fraktion wird sich städtebaulich nicht verbiegen, nur um mögliche Investoren zufrieden zu stellen. Wirtschaftliche Interessen müssen dem Allgemeinwohl untergeordnet bleiben.

Und am Ende der Hinweis zum Titel dieses Beitrags: dieser Titel verwendet »hausen« im Sinne von „unter schlechten Wohnverhältnissen leben“, nicht im Sinne von „wüten oder Verwüstungen anrichten“.

Holger Lilischkis

Bürgerliches Mitglied CDU-Fraktion Schenefeld

Holger Lilischkis
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